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Reisetagebuch der Jubiläumsreise – mit dem Rovos Rail durch Südafrika

Donnernde Wasserfälle, eine luxuriöse Zugreise im legendären Rovos Rail und magische Safari-Momente im Krüger Nationalpark. Ein afrikanisches Abenteuer voller Emotionen und Traumlandschaften!

Tag 1 –

Endlich sind wir da! Nach einer langen Reise sind wir alle gemeinsam in Victoria Falls gelandet. Die Vorfreude auf die spektakulären Wasserfälle und unsere Route bis nach Pretoria war riesig, doch bevor unser Abenteuer richtig beginnen konnte, wartete bereits die erste kleine Lektion afrikanischer Gelassenheit auf uns.

Die Grenzkontrolle war ein Erlebnis für sich und verlief nicht gerade speditiv. Jeder von uns hatte ein komplett anders aussehendes Visum erhalten! Je nachdem, bei welchem Beamten man an der Reihe war, gab es einen anderen Stempel oder einen andersfarbigen Kleber. Es war ein regelrechtes Visum-Lotto – aber Hauptsache, wir waren alle offiziell im Land!

Die nächste Überraschung liess allerdings nicht lange auf sich warten. Während die meisten ihr Gepäck bereits vom Förderband nahmen, warteten wir noch immer auf einen Koffer. Mit jeder Runde des Gepäckbands wurde die Hoffnung kleiner. Irgendwann war klar: Ein Gepäckstück hatte den Weg nach Victoria Falls vorerst nicht gefunden.

Am späten Nachmittag erwartete uns bereits ein erster Höhepunkt: eine Bootsfahrt auf dem mächtigen Sambesi. Während die Sonne langsam tiefer sank und den Himmel in warme Orange- und Goldtöne tauchte, glitten wir lautlos über das Wasser. Flusspferde tauchten neugierig aus dem Wasser auf, Krokodile lagen regungslos am Ufer, und über uns zogen Vögel ihre Kreise.

Tag 2 –

Beim Frühstück machte eine kleine Geschichte die Runde: Wir vermissen nun nicht nur einen Koffer, sondern auch einen Hut! Dieser schien bei der gestrigen Bootsfahrt liegen geblieben und der Koffer lässt auch noch auf sich warten. Doch an diesem Tag sollte uns etwas ganz anderes in seinen Bann ziehen.  Heute stand der Besuch der berühmten Victoriafälle auf dem Programm. Die Einheimischen nennen die Fälle «Mosi-oa-Tunya» – «Der Rauch, der donnert». Ein passender Name, denn die enorme Kraft des Wassers ist nicht nur sichtbar, sondern regelrecht spürbar. Ein Spaziergang entlang der Abbruchkante eröffnet 15 fantastische Ausblicke auf die Wasserfälle. Der feine Sprühnebel lag in der Luft und sorgte dafür, dass wir trotz Sonnenschein immer wieder eine kleine Erfrischung abbekamen.

Für einige Gäste ging das Erlebnis noch einen Schritt weiter: Sie nutzten die Gelegenheit für einen fakultativen Helikopterflug über die Victoriafälle. Aus der Vogelperspektive zeigte sich das Naturspektakel in seiner ganzen Dimension – das mächtige Band des Sambesi, das sich in die Tiefe stürzt, umgeben von Regenbogen im aufsteigenden Sprühnebel. Von oben wurde erst richtig greifbar, welche gewaltige Kraft und Schönheit dieser Ort ausstrahlt.

Am Abend erwartete uns das traditionelle Boma-Dinner – ein Erlebnis für alle Sinne. Das Buffet bot eine grosse Auswahl afrikanischer Spezialitäten, und ich beschloss, meinen kulinarischen Horizont etwas zu erweitern. Mit einer Mischung aus Neugier und leichtem Respekt wagte ich mich tatsächlich daran, Krokodil zu probieren. «Und, wie schmeckt es?» Mein Fazit: Irgendwo zwischen Poulet und Fisch – definitiv eine Erfahrung wert.

Tag 3 –

Der heutige Tagesausflug in den Chobe-Nationalpark sollte die etwas aufwendigen Grenzformalitäten definitiv wettmachen. Bereits am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg nach Botswana. Das bedeutete zunächst: Ausreise aus Simbabwe, Passkontrolle, Stempel abholen – und kurz darauf die Einreise nach Botswana mit dem nächsten Stempel. Dasselbe Prozedere würde uns am Abend auf dem Rückweg noch einmal erwarten.

Effizienz sieht sicherlich anders aus. Doch irgendwo zwischen Warteschlangen, Formularen und Passkontrollen lernt man auf Reisen auch eine wichtige Lektion: Gelassenheit.

Spätestens als wir in unserem Geländewagen platz nahmen und schon bald die ersten Tiere erspähten, war die Stempel-hektik erstmal wieder vergessen. Immer wieder entdeckten wir Tiere, die wir bisher nur aus Dokumentationen kannten. Elefanten zogen majestätisch durch die Landschaft, Antilopen huschten durch das hohe Gras und Zebras grasten friedlich in kleinen Gruppen.

Mit jeder Stunde stieg die Spannung. Hinter jedem Busch, nach jeder Kurve konnte eine neue Überraschung warten. Die Augen waren ständig auf die Landschaft gerichtet, die Kameras jederzeit griffbereit. Die Begeisterung in unserer Gruppe war deutlich spürbar. Immer wieder wurden Sichtungen aufgeregt miteinander geteilt und Erfahrungen ausgetauscht.

Neben den grossen Tieren waren es aber auch die kleinen Details, die diesen Tag so besonders machten: die Geräusche der Natur, die Weite der Landschaft und das Gefühl, für einen Moment Teil dieser faszinierenden Wildnis zu sein.

Im Hotel wartete noch eine ganz besondere Überraschung auf uns: Da standen tatsächlich der vermisste Koffer – und auch der verlorene Hut war wieder aufgetaucht! Unser Fahrer Joseph hatte offensichtlich die richtigen Kontakte und dafür gesorgt, dass beides den Weg zurück zu uns fand. Die Freude war entsprechend gross.

Tag 4 –

Nach den Erlebnissen der vergangenen Tage wartete heute erneut ein besonderer Programmpunkt auf uns: der Besuch des Mukuni Village. Das Dorf liegt auf der sambischen Seite, direkt an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Und das konnte natürlich nur eines bedeuten: Grenzformalitäten! Mittlerweile hatten wir bereits eine gewisse Routine entwickelt. Aus Simbabwe ausstempeln, nach Sambia einstempeln – und später auf dem Rückweg das Ganze noch einmal in umgekehrter Reihenfolge. Langsam wurden die zusätzlichen Stempel im Reisepass fast schon zu einer eigenen kleinen Reisesammlung. Während man zu Hause vermutlich über den Aufwand den Kopf schütteln würde, lernten wir auch heute wieder eine wichtige Tugend: Geduld.

Mukuni Village

Im Mukuni Village wurden wir herzlich empfangen und erhielten einen authentischen Einblick in die traditionellen Strukturen und das Zusammenleben der Dorfgemeinschaft. Unser lokaler Guide erklärte uns, dass es im Dorf sogar eine Art traditionelles «Gefängnis» beziehungsweise einen Ort für die Gemeinschaftsgerichtsbarkeit gibt. Dort werden kleinere Vergehen innerhalb der Gemeinschaft geregelt. So erzählte Sie uns schmunzelnd, dass beispielsweise Dorfbewohner, die einmal zu tief ins Glas geschaut haben und für Unruhe sorgen, vorübergehend dort untergebracht werden können, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben.

Ein weiterer Höhepunkt unseres Besuchs war eine private Vorführung traditioneller Tänze. Die Tänzerinnen und Tänzer führten uns durch verschiedene Choreografien, die tief in der Kultur der Leya verwurzelt sind. Unser Guide erklärte, dass viele Bewegungen eng mit der Natur verbunden sind und Elemente aus der Tierwelt aufgreifen. Bestimmte Tanzschritte und Gesten imitieren das Verhalten von Tieren und spiegeln deren Eigenschaften wie Stärke, Geschicklichkeit oder Wachsamkeit wider. Tanz und Musik dienen dabei nicht nur der Unterhaltung, sondern sind ein wichtiger Bestandteil kultureller Identität und werden genutzt, um Geschichten, Traditionen und Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben.

Rovos Rail

Am späten Nachmittag begann schliesslich das nächste grosse Kapitel unserer Reise: die Zugfahrt mit dem legendären Rovos Rail! Empfangen werden wir bereits mit einer Erfrischung und so schlendern wir mit einem Cüpli in der Hand über die wunderschöne Hotelanlage des Victoria Falls Hotels.

Das Check-in für den legendären Rovos Rail. Dieses fand im historischen Victoria Falls Hotel statt – einem Ort, der bereits für sich allein eine Reise wert wäre. Nach und nach wurden die Gäste persönlich und namentlich aufgerufen – ein Detail, das dem gesamten Ablauf eine besonders stilvolle und persönliche Note verlieh. Während unser Gepäck bereits seinen Weg in die Kabinen gefunden hatte, wurden wir von den freundlichen Mitarbeitenden direkt zu unserer Suite auf Rädern begleitet.

Als ich die Tür zu meiner Kabine öffnete, war ich sofort begeistert. Die elegante Einrichtung, die liebevollen Details und die nostalgische Atmosphäre machten deutlich, dass die kommenden Tage weit mehr als nur eine Zugfahrt werden würden – es war eine Reise zurück in die goldene Ära des Bahnreisens.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, trafen wir uns im Lounge-Wagen und liessen die besondere Stimmung auf uns wirken. Vor uns lagen vier Tage an Bord eines der luxuriösesten Züge der Welt.

Tag 5 –

Früh am Morgen klingelte der Wecker. Noch etwas verschlafen zog ich die Vorhänge meiner Kabine zur Seite und blickte hinaus. Der erste Gedanke: Wo sind wir eigentlich? Der Zug schien mitten im Nirgendwo zum Stillstand gekommen zu sein.

Und genau das war auch der Fall. Der Rovos Rail stand tatsächlich mitten im Hwange-Nationalpark.

Nach einem kleinen Frühstück an Bord ging es direkt vom Zug in die bereitstehenden Safari-Fahrzeuge. Es hatte etwas Surreales: Eben noch befand man sich im luxuriösen Ambiente des Rovos Rail, wenige Minuten später rumpelte man bereits durch die afrikanische Wildnis.

Die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite, und schon bald wurden wir mit besonderen Tierbeobachtungen belohnt. Besonders herzerwärmend war die Begegnung mit einer kleinen Straussenfamilie. Die winzigen Straussenküken liefen dicht bei ihren Eltern und sorgten in unserer Gruppe für begeisterte Reaktionen.

Mitten im Busch erwartete uns die nächste Überraschung. Das Rovos-Team hatte ein stilvolles Bush-Picknick vorbereitet. Natürlich durfte auch hier ein Glas Cüpli nicht fehlen. Es war ein besonderer Moment: Mitten in der afrikanischen Wildnis anzustossen und die einzigartige Atmosphäre zu geniessen.

Tag 6 –

Nach einer weiteren entspannten Nacht an Bord des Rovos Rail stand heute die Erkundung des Matobo-Nationalparks auf dem Programm. Während die einen Gäste erstaunlich erholsam geschlafen hatten und morgens frisch und munter beim Frühstück erschienen, hatten andere eher eine etwas «bewegte» Nacht hinter sich. Das sanfte Ruckeln und die gelegentlichen Geräusche des Gleises gehörten eben genauso zur Erfahrung dazu wie das elegante Dinner am Vorabend.

Man muss fairerweise sagen: Die Gleisqualität im afrikanischen Nirgendwo ist nicht immer mit Schweizer Präzision zu vergleichen. Entsprechend entwickelte jeder seine eigene Technik, mit den nächtlichen Rhythmen des Zuges umzugehen – von Tiefschlaf bis gelegentlichem Wachliegen war alles vertreten.

Wie schon bei unseren bisherigen Ausflügen verteilte sich unsere Gruppe auf mehrere Geländefahrzeuge. Gemeinsam mit einem fachkundigen Naturführer machten wir uns auf den Weg durch diese faszinierende Landschaft, die mit ihren markanten Granitfelsen und sogenannten «Balancing Rocks» sofort beeindruckte.

Während der Fahrt erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte des ehemaligen Rhodesiens und die komplexe Persönlichkeit von Cecil Rhodes, dessen Grabstätte sich im Matobo-Nationalpark befindet. Unser Guide vermittelte die historischen Hintergründe auf spannende und differenzierte Weise und gab uns gleichzeitig Einblicke in die Entwicklung des heutigen Simbabwes.

Plötzlich forderte uns unser Guide auf, die Fahrzeuge zu verlassen und zunächst die Ortungsdienste auf unseren Mobiltelefonen auszuschalten. Diese Sicherheitsmassnahme dient dem Schutz der bedrohten Nashörner, da Standortdaten missbraucht werden könnten, um die Tiere aufzuspüren.

Anschliessend machten wir uns zu Fuss auf den Weg. In einer kleinen Gruppe gingen wir einige Meter vorsichtig und beinahe lautlos durch den Busch. Die Anspannung und Vorfreude waren deutlich spürbar – niemand wusste genau, was uns erwartete.

Und dann standen sie plötzlich vor uns: zwei Nashörner, friedlich grasend in ihrer natürlichen Umgebung, als würden wir gar nicht existieren. Nur wenige Meter trennten uns von diesen beeindruckenden Tieren. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.

Es war ein zutiefst emotionaler Augenblick. Ehrfürchtig beobachteten wir die beiden Nashörner, überwältigt von ihrer Kraft und gleichzeitig ihrer Ruhe. In diesem Moment wurde uns einmal mehr bewusst, wie wertvoll und schützenswert diese bedrohten Tiere sind.

 

Diese Begegnung gehörte zweifellos zu den bewegendsten Erlebnissen unserer gesamten Reise – ein Augenblick, der sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt hat.

Ebenso faszinierend waren die jahrtausendealten Felsmalereien der San, oft auch Buschmänner genannt. Die kunstvollen Darstellungen erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und geben Einblicke in die Lebensweise der ersten Bewohner dieser Region. Besonders spannend waren auch die vielen kleinen Stopps während unserer Fahrt. Immer wieder hielt unser Guide an, zeigte auf Pflanzen und Sträucher am Wegesrand und erklärte uns, wie die San die natürlichen Ressourcen ihrer Umgebung nutzten. Aus bestimmten Pflanzen gewannen sie Medizin gegen verschiedene Beschwerden, andere dienten als Seife oder wurden für alltägliche Gebrauchsgegenstände verwendet.

Zurück an Bord begann bereits das tägliche «Rausputz-Programm». Nach den erlebnisreichen Stunden im Matobo-Nationalpark verwandelte sich die entspannte Atmosphäre des Tages langsam in elegante Vorfreude auf den Abend. Denn auf dem Rovos Rail gilt ein Dresscode. Also warfen wir uns alle in Schale: Die Herren erschienen in ihren feinsten Anzügen, die Damen in ihren schönsten Kleidern – passend zum stilvollen Ambiente des Dining Cars. Die elegante Einrichtung des Zuges und die liebevollen Details machten das Gefühl perfekt, Teil einer längst vergangenen Epoche des luxuriösen Reisens zu sein.

Mittlerweile wussten wir auch schon, wie der Abend ablaufen würde – und freuten uns umso mehr darauf. Bereits beim Mittagessen waren wir kulinarisch verwöhnt worden, selbstverständlich inklusive passender Weinbegleitung. Doch am Abend erwartete uns erneut ein mehrgängiges Menü, das in Qualität und Raffinesse kaum Wünsche offenliess.

Besonders beeindruckend war die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Die Bedienung hatte sich bereits gemerkt, welcher Wein den einzelnen Gästen besonders gut schmeckte, und sorgte mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit dafür, dass niemand zu kurz kam. Es waren diese kleinen Gesten, die den aussergewöhnlichen Service an Bord ausmachten.

Und immer wieder stellten wir uns dieselbe Frage: Wie war es nur möglich, in dieser vergleichsweise kleinen Bordküche solch exquisite Gerichte zu zaubern? Gang für Gang wurden wir aufs Neue überrascht und kulinarisch verwöhnt.

Tag 7 –

Der heutige Tag an Bord des Rovos Rail stand ganz im Zeichen des Genusses und der Entschleunigung. Ohne feste Programmpunkte blieb endlich Zeit, einfach zu sein: die vorbeiziehenden Landschaften zu beobachten, die besondere Atmosphäre des Zuges auf sich wirken zu lassen und den Moment zu geniessen.

Bei einer Tasse Kaffee im Aussichtswagen, beim gemeinsamen Mittagessen oder einem Glas Wein am Abend entstanden viele schöne Gespräche – sowohl innerhalb unserer Reisegruppe als auch mit anderen Gästen an Bord. Wir tauschten Geschichten aus unserem Leben aus, erzählten von vergangenen Reisen und teilten die Erlebnisse der vergangenen Tage.

Es war einer jener seltenen Tage, an denen man nirgendwo sein musste – ausser genau dort, wo man gerade war.

Tag 8 –

Heute hiess es Abschied nehmen vom Rovos Rail. Doch bevor wir Pretoria erreichten, lernten wir noch eine weitere Lektion über das Reisen auf Afrikas Schienen: Zeit ist relativ.

Aus den geplanten 10 Uhr Ankunft wurden schliesslich drei Stunden Verspätung. Der Grund dafür hätte kaum aussergewöhnlicher sein können: Auf einem Streckenabschnitt musste zuerst ein beschädigtes Gleis repariert werden. Offenbar wurde eigens ein Techniker eingeflogen, um die Reparatur vorzunehmen, bevor unsere Reise weitergehen konnte. Statt Ärger überwog bei uns eher Staunen – solche Geschichten schreibt wohl nur eine Zugreise durch das südliche Afrika.

Gegen Mittag erreichten wir schliesslich die Rovos Rail Station in Pretoria. Die historische Capital Park Station ist die private Station und gleichzeitig Hauptsitz von Rovos Rail – ein besonderer Ort, an dem die Reise stilvoll begann und nun auch zu Ende ging.

Nach vier Tagen voller Eleganz, hervorragendem Essen, spannenden Begegnungen und unvergesslichen Erlebnissen fiel der Abschied vom Zug nicht ganz leicht. Die Crew hatte uns verwöhnt, unsere Wünsche beinahe vorausschauend erfüllt und die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck stiegen wir aus dem Zug. Das Kapitel Rovos Rail war zu Ende – doch unsere Reise durch Südafrika hatte noch einige Höhepunkte für uns bereit.

Tag 9 –

Bevor wir Pretoria hinter uns liessen, stand noch ein kurzer Besuch bei den beeindruckenden Union Buildings auf dem Programm. Die imposanten Gebäude zählen zu den bedeutendsten Wahrzeichen Südafrikas und dienen als Amtssitz der südafrikanischen Regierung. Von den weitläufigen Gartenanlagen bot sich zudem ein schöner Blick über die Stadt.

Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Hazyview in der Provinz Mpumalanga. Während der Fahrt veränderte sich die Landschaft stetig. Die Grossstadt wich zunehmend grünen Hügeln, weitläufigen Feldern und einer immer ländlicheren Umgebung.

Am späten Nachmittag erreichten wir unsere schöne Unterkunft in Hazyview. Umgeben von üppiger Vegetation und mit Blick auf den Sabie River bot das Hotel den perfekten Ort, um zur Ruhe zu kommen und neue Energie für die nächsten Abenteuer zu sammeln.

Tag 10 –

Der frühe Vogel fängt den Wurm – bereits früh am Morgen machten wir uns auf den Weg in eines der bekanntesten Wildschutzgebiete der Welt. Die Vorfreude war gross, denn auch wenn wir bereits einige beeindruckende Safari-Erlebnisse hinter uns hatten, ist jeder Tag im Busch anders – und genau das macht seinen Reiz aus.

Zebras und verschiedenen Antilopenarten. Giraffen zogen elegant durch die Gegend, während sich zahlreiche Vögel in den Bäumen und am Wegesrand beobachten liessen.

Ein ganz besonderer Moment erwartete uns jedoch etwas später. Unser Guide stoppte das Fahrzeug und deutete auf einen stattlichen Elefantenbullen. Zunächst schien er einfach friedlich durch den Busch zu ziehen. Doch dann begann er plötzlich, mit seinem Rüssel und seinem gewaltigen Körper gegen einen Baum zu drücken. Immer wieder setzte er nach, bis der Baum bedenklich zu schwanken begann. Gebannt beobachteten wir das Schauspiel. Unser Guide erklärte uns, dass selbst er eine solche Szene nicht alle Tage zu sehen bekomme. Für uns war es eine dieser seltenen Tierbeobachtungen, die man weder planen noch erwarten kann – und gerade deshalb so besonders sind.

Eine Safari ist weit mehr ist als die Suche nach den berühmten «Big Five». Es sind die vielen kleinen Momente dazwischen, die diese Erlebnisse so besonders machen: ein kurzer Blickkontakt mit einer Giraffe, das friedliche Grasen einer Zebraherde oder die gemeinsame Freude über eine unerwartete Sichtung.

Tag 11 –

Heute erkundeten wir die berühmte Panorama Route, die ihrem Namen alle Ehre macht. Atemberaubende Ausblicke begleiteten uns durch den Tag. Besonders beeindruckend waren der Blyde River Canyon und God’s Window, von wo aus sich ein spektakulärer Blick über die Lowveld-Ebene bot. Die scheinbar endlose Weite dieser Naturwunder hinterliessen einen bleibenden Eindruck. Es ist kaum vorstellbar, welche Kräfte diese Landschaft über Millionen von Jahren geformt haben.

Tag 12 –

Heute hiess es Abschied nehmen – zumindest von einem Teil unserer Reisegruppe. In den vergangenen Tagen waren aus anfänglich fremden Gesichtern vertraute Reisebegleiter geworden. Gemeinsam hatten wir unzählige Eindrücke gesammelt, gelacht, gestaunt und besondere Momente erlebt.

Für acht von uns war die Reise noch nicht zu Ende. Wir wurden am Kruger Mpumalanga International Airport verabschiedet und setzten unser Abenteuer mit einem Inlandflug nach Kapstadt fort. Für den Rest der Gruppe stand heute die Heimreise an.

Der Abschied war emotional. Nach fast zwei Wochen voller gemeinsamer Erlebnisse fiel das Auseinandergehen nicht leicht.

Während ein Teil der Gruppe den Heimweg antrat, blickten wir voller Vorfreude auf die  nächste Etappe unserer Südafrika-Reise.

Kapstadt empfing uns schliesslich mit strahlend blauem Himmel – die «Mother City» zeigte sich von ihrer besten Seite. Doch wir wussten: Dieses Wetterfenster musste genutzt werden. In Kapstadt kann sich das Wetter bekanntlich jederzeit innerhalb kürzester Zeit ändern.

Ohne Zeit zu verlieren, machten wir uns direkt auf den Weg zum Tafelberg. Schon die Auffahrt bzw. Seilbahnfahrt versprach spektakuläre Ausblicke, und oben angekommen eröffnete sich uns ein Panorama über Stadt, Ozean und Berge, das kaum zu übertreffen ist.

Für einen Moment blieb alles stehen. Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage war dies ein perfekter Auftakt für das nächste Kapitel unserer Reise.

Tag 13 –

Heute tauchten wir tief in die Geschichte Kapstadts ein und erkundeten die Innenstadt zu Fuss – eine Stadt, die nicht nur durch ihre Lage am Fusse des Tafelbergs beeindruckt, sondern auch durch ihre bewegte Vergangenheit.

Unser erster Halt war der Company’s Garden. Die grünen Alleen und alten Bäume lassen kaum erahnen, dass dieser Ort bereits 1652 von der Niederländischen Ostindien-Kompanie angelegt wurde. Ursprünglich diente der Garten dazu, frische Lebensmittel für vorbeifahrende Schiffe auf dem Weg nach Asien zu produzieren. Heute ist er eine ruhige Oase mitten in der Stadt, in der sich Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise begegnen.

Beim Spaziergang durch die Innenstadt wurde uns bewusst, wie eng Kapstadts Entwicklung mit der Seefahrtsgeschichte und dem Handel verbunden ist. Zwischen historischen Gebäuden, Parks und lebendigen Strassen entfaltet sich ein Stadtbild, das von vielen kulturellen Einflüssen geprägt ist.

Natürlich durfte auch ein kulinarischer Zwischenstopp nicht fehlen: Wir probierten frisch zubereitete Koeksisters – süsse, sirupartige Gebäckstücke, die in Kapstadt zu den beliebtesten Spezialitäten gehören.

Tag 14 –

Heute verliessen wir Kapstadt für einen Ausflug in die berühmten Winelands – eine Region, die nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch tief in der Geschichte Südafrikas verwurzelt ist. Dank der rund 300 Sonnentage pro Jahr begannen bereits vor über 200 Jahren die Hugenotten hier mit dem Weinanbau. Heute gehören Orte wie Stellenbosch, Franschhoek und Paarl zu den bekanntesten Weinregionen der Welt.

Unser erster Halt war Stellenbosch, die zweitälteste Stadt Südafrikas. Schon bei der Ankunft fiel die wunderschön erhaltene kap-holländische Architektur auf, die der Stadt ihren ganz besonderen Charme verleiht. Nach einer kurzen orientierenden Rundfahrt blieb Zeit, die herzige Universitätsstadt zu Fuss zu erkunden.

Wir schlenderten durch die lebendigen Strassen, vorbei an Cafés, kleinen Boutiquen und historischen Gebäuden. Die Atmosphäre war entspannt und einladend – fast schon mediterran. Natürlich durfte auch eine Kaffeepause nicht fehlen, und viele nutzten die Gelegenheit, noch das eine oder andere Souvenir oder lokale Produkt zu kaufen.

Anschliessend ging es weiter zu einem malerischen Weingut, eingebettet zwischen sanften Hügeln und endlosen Rebbergen. Dort erwartete uns eine exklusive Kellerführung, bei der wir einen spannenden Einblick in die Weinproduktion der Region erhielten. Vom Traubenanbau bis zur Reifung im Barrique-Keller wurde uns jeder Schritt erklärt.

Im Anschluss folgte ein stilvolles Wine Tasting, bei dem wir verschiedene Weine des Weinguts verkosten durften. Kann es noch besser werden? Gute Gesellschaft, ein Gläschen Wein und eine tolle Aussicht auf die Weinberge – und dies bei fröhlichem Sonnenschein!

15 Tag –

Heute führte uns die Reise entlang einer der spektakulärsten Küstenstrassen der Welt: der Kap-Halbinsel. Kilometerlange Sandstrände, zerklüftete Felsen und das endlose Blau des Atlantiks begleiteten uns auf unserem Weg vorbei am kleinen Fischerdorf Hout Bay, bevor wir einen ersten besonderen Halt erreichten.

Am Boulders Beach erwartete uns eine der charmantesten Tierbegegnungen der gesamten Reise: eine Kolonie afrikanischer Pinguine. Zwischen weissem Sandstrand und riesigen, über 540 Millionen Jahre alten Granitfelsen watschelten die Tiere völlig unbeeindruckt von ihrer Umgebung umher. Über Holzstege und Aussichtsplattformen konnten wir ihnen ganz nahe kommen, ohne ihren Lebensraum zu stören. Besonders faszinierend war, wie selbstverständlich sie sich zwischen Strand, Felsen und sogar den umliegenden Gärten bewegten.

Die Fahrt ging weiter ins Cape of Good Hope Naturreservat. Immer wieder hielten wir Ausschau nach Straussen, Antilopen, Pavianen und Zebras, die mit etwas Glück am Strassenrand zu sehen sind. Die wilde, ursprüngliche Landschaft mit ihrem typischen Fynbos-Bewuchs verlieh der Region eine besondere, fast unberührte Atmosphäre.

Ein Höhepunkt des Tages war der Besuch des legendären Kaps der Guten Hoffnung. Wir stiegen die Stufen hinauf zum Leuchtturm und wurden dort mit einem atemberaubenden Blick über den Ozean belohnt. Gleichzeitig wurde uns bewusst, warum dieser Ort früher auch den Namen «Kap der Stürme» trug – die Winde peitschten über die Felsen, und das Meer traf mit sichtbarer Kraft auf die Küste. Es ist ein Ort, der Respekt einflösst und gleichzeitig unvergesslich bleibt.

Am Abend ging es ins berühmte Gold Restaurant in Kapstadt, wo uns ein ganz besonderes Erlebnis erwartete. Bereits beim Eintreten spürte man, dass dies kein gewöhnliches Abendessen werden würde. Die Atmosphäre war lebendig, farbenfroh und voller Energie – Musik, Trommeln und Lachen erfüllten den Raum.

Wer wollte, durfte sich vor dem Dinner eine dekorative Gesichtsbemalung auftragen lassen. Viele von uns liessen sich darauf ein, und so entstand ein buntes, fröhliches Bild aus Mustern, Symbolen und Farben, das die Stimmung des Abends perfekt widerspiegelte.

Während des Essens wurden wir auf eine kulinarische Reise durch Afrika mitgenommen. Verschiedene Gerichte aus unterschiedlichen Regionen wurden serviert – begleitet von traditionellen Rhythmen und einer mitreissenden Live-Show. Immer wieder wurde getrommelt, gesungen und getanzt, und es dauerte nicht lange, bis auch die ersten Gäste sich von der Energie anstecken liessen.

Tag 16 –

Es ist soweit – die Reise neigt sich dem Ende zu. Nach intensiven Tagen voller Eindrücke, Begegnungen und unvergesslicher Momente steht heute die Heimreise an.

Während das Flugzeug abhebt und Kapstadt unter uns langsam kleiner wird, bleibt ein Gefühl zurück, das sich schwer in Worte fassen lässt: Dankbarkeit für all das Erlebte – und die Gewissheit, dass diese Reise noch lange nachwirken wird.

Tanja Bloemhof
Tanja Bloemhof

Tanja Bloemhof, Produkt Managerin, begleitete unsere Vögele Jubiläumsreise im November 2025.

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